Zwischen Weltchronik und Einwickelpapier

Wohin mit den vielen Büchern
Hazel Rosenstrauch

Publishing date: 

Dez 2017

Publisher: 

wespennest

Publishing House: 

Physical description: 

Aufsatz

Published in: 

Wespennest Heft Nr. 173

ISBN: 

978-3-85458-173

City: 

Erfahrungen mit den von meiner Mutter geerbten und von der Wien-Bibliothek übernommenen Bücherschätzen

Im Eingang des Hauses meiner Freundin Monika (Berlin, ein schöner Altbau) gibt es einen Bücherschrank, in den die Bewohner ihre ausgelesenen oder sonstwie entbehrlichen Bände legen, Christian erzählte kürzlich von seiner Recherche im Netz, wo sich die Preise für seine wertvollsten alten Schinken zwischen 30 Cent und drei Euro bewegen. Katja hat nach ihrem altersbedingten Umzug für die schöne Altbauwohnung im dritten Stock Hinterhaus ohne Lift noch monatelang Miete bezahlt, weil sie nicht wusste, wohin mit den Büchern. Letztlich hat ein Antiquar die wunderschönen Rara „günstig“ erstanden. Oxfam nimmt Belletristik und Bildbände, wenn sie gut erhalten sind; Berlinern Freunden empfehle ich den Bücherabholdienst der Freien Universität, ab drei Kisten kommt jemand, der sie holt, der Erlös kommt der Bibliothek zugute. Was aber macht man in einer übersichtlich kleinen Wohnung, wenn eine ganze, wertvolle, Bibliothek zur Erbschaft gehört?

 

 

Wien: Meine Mutter Edith ging auf die 80 zu, sie war krank und das Ende absehbar. Schon in wachen Zeiten hatte sie immer wieder betont: das einzig Wichtige, das sie bewahren und weitergeben will, sei ihre Bibliothek. Schwerpunkte: Österreichische Geschichte und Literatur, Freimaurer, Josephinismus, Revolutionäres, einschließlich vieler unbekannter oder vergessene Literaten der – österreichischen – Aufklärung. Auch eine Sammlung Judaica gehörte dazu. Zu diesem Wunsch gehörte, dass die Fachliteratur nicht zerstreut und nicht ins ferne Ausland verkauft werden sollte.

Forts. siehe Wespennest 173

 

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